Freie Wähler Königsdorf
Bericht vom Dämmerschoppen der FW Königsdorf 2017
Der traditionelle jährliche Frühschoppen der Freien Wähler Königsdorf war aufgrund des Kirchenumbaus in diesem Jahr ein Dämmerschoppen. Und so fanden sich die Mitglieder erst am späten Abend beim Hofherr ein. Die Themen reichten dabei vom Raubmord in Höfen, über die zukünftige Vorgehensweise bei der Erschließung von Bauland und dem Dauerthema der Wasser UV-Anlage bis hin zur möglichen Sperrung der Grundstraße.

Raubmord in Höfen
Gleich zu Beginn wird aus aktuellem Anlass kurz der Raubmord in Höfen angesprochen. Da dieser Fall im Laufe der vergangenen Tage jedoch schon viele Male Thema war, sollte es nicht das beherrschende Thema des Dämmerschoppens werden. Hans Hartl, Anton Demmel und Markus Orterer sind sich jedoch einig, dass die Presse in diesem Fall zu sehr auf eine Story aus war, anstatt eine rein objektive Berichterstattung zu leisten. So seien teilweise schlichtweg falsche Informationen und Gerüchte durch die Presse veröffentlicht worden, welche der Stimmung im Dorf nicht unbedingt gut getan hätten. Alles in allem sind die Anwesenden jedoch froh, dass der bzw. die mutmaßlichen Täter so schnell ermittelt werden konnten.

Erschließung von Bauland
Daraufhin spricht Hans Hartl als zweites Thema die Problematik mit der Erschließung von Bauland an. Wie bereits schon einige Male angesprochen, könne es Königsdorf infrastrukturell einfach nicht schultern, allen Anträgen zuzustimmen. Einem zu hohen Anstieg der Bevölkerung seien z.B. weder die derzeitige Kita, noch die Schule und letztendlich auch nicht der Friedhof gewachsen. Er könne es als gewählter Vertreter der Königsdorfer Einwohner im Hinblick auf das Gesamtwohl der Gemeinde nicht vertreten, wenn die Bevölkerung in den nächsten Jahren einen zu hohen Anstieg zu verzeichnen hätte. Daraufhin wird der Kommentar eingeworfen, dass dies zwar eine durchaus nachvollziehbare Einstellung ist. Diese müsste mit dem Wähler aber auch genauso kommuniziert werden. Denn wenn bei den Wählern lediglich ankommt, dass man im Gegensatz zu den anderen politischen Gruppierungen gegen die Erschließung von Bauland und gegen ein neues Einheimischenmodell ist, dann sei das für das Ansehen der Freien Wähler in der Gemeinde sehr schlecht. Anton Demmel entgegnet daraufhin, dass die anderen Parteien seiner Meinung nach ein falsches Spiel spielten. Letztendlich sei im gesamten Gemeinderat und damit unter Zustimmung aller drei politischen Gruppierungen der Beschluss gefasst worden, dass aufgrund der fehlenden Infrastruktur keine übermäßige Bebauung in den nächsten Jahren angestrebt wird. Gegenüber der Öffentlichkeit seien die Aussagen der beiden anderen Parteien jedoch genau umgekehrt. Er bedauert dies, merkt jedoch an, dass dies letztendlich immer der Malus einer regierenden Fraktion sei.
Außerdem sei es schlichtweg nicht korrekt zu sagen, dass in den letzten Jahren keine Bauanträge genehmigt worden wären. Grob über den Daumen gepeilt seien in den letzten fünf Jahren ca. 100 neue Wohneinheiten in Königsdorf geschaffen worden. Es wäre aber auch wichtig, nicht nur große Wohneinheiten zu bauen, sondern auch kleinere, um auch alten, alleinstehenden Menschen die Möglichkeit zu geben in Königsdorf zu bleiben. Dank Arzt, Apotheke und Dorfladen sei dies nämlich grundsätzlich durchaus möglich, lediglich der passende Wohnraum für solche Leute fehle derzeit.
Des Weiteren merkt er an, dass sich die Zahl der Kinder in den letzten Jahren nahezu verdoppelt habe. Dies sei jedoch im Großteil auf den Zuzug von neuen Familien zurückzuführen und nicht auf Kinder ortsansässiger Familien. Dementsprechend steht er einem neuen Einheimischenmodell kritisch gegenüber, da dadurch nur wieder der Zuzug begünstigt werden würde und nicht im Großteil den Familien aus dem Dorf einen Vorteil verschaffen würde. Es sei aufgrund von EU-Regularien nämlich für eine junge Familie aus dem Dorf kaum möglich, sich ein geeignetes Grundstück aus einem Einheimischenmodell zu leisten. Entweder sei das Vermögen zu hoch, so dass eine solche Familie nicht in den Genuss dieses Modells kommen dürfte oder aber es sei zu wenig Geld vorhanden, um den Kauf stemmen zu können. Der Jugendbeauftragte Markus Orterer stimmt dieser Meinung voll und ganz zu, meint jedoch auch, dass es in diesem Fall doch eine für Königsdorf optimale Lösung geben müsse. Es sei also die Aufgabe der Freien Wähler und auch die des gesamten Gemeinderats sich in diesem Fall so lange den Kopf zu zerbrechen, bis diese am besten geeignete Lösung gefunden worden ist.

UV-Filteranlage Wasser
Mit diesem Denkansatz ist das Thema Bebauung für diesen Abend erledigt. Als nächstes wird der aktuelle Stand der UV-Filteranlage behandelt. Nachdem bereits in der vorigen Woche der Betrieb der Anlage für Geretsried gestartet werden konnte, wird in den nächsten Tagen auch der Betrieb für Königsdorf vorbereitet, so dass innerhalb der nächsten Wochen auch in der Gemeinde das UV-gefilterte Wasser durch die Leitungen fließen kann. In diesem Zuge loben sowohl Hans Hartl als auch Anton Demmel die sehr gute interkommunale Zusammenarbeit mit Geretsried. Ohne dieser hätte Königsdorf riesige Probleme mit der Finanzierung bekommen. Eine Umsetzung wäre so kaum vorstellbar gewesen. Es sei laut Demmel außerdem sehr wichtig, dass nun durch das gefällte Gerichtsurteil, durch welches das Landratsamt einen solchen Bau einer Filteranlage bestimmen darf, Rechtssicherheit herrscht. Damit hätte die Gemeinde zwar sehr hohe Kosten schultern müssen, sie müsse nun aber auch keine Folgeschäden befürchten. Das seiner Meinung nach schlimmste Szenario wäre, dass nun im Nachhinein heraus kommt, dass diese Anlage überhaupt nicht notwendig war und somit der Anstieg des Wasserpreises nicht rechtmäßig sei. Mit diesen Problemen müsste sich nun nicht mehr die Gemeinde sondern das Landratsamt herumschlagen.

Mögliche Sperrung der Grundstraße
Als letztes Thema des Abends spricht Hans Hartl die Grundstraße zwischen Königsdorf und Geretsried an. Der Zustand dieser gemeindeeigenen Straße ist so, dass diese eigentlich saniert werden müsste. Die Kosten müssten jedoch von der Gemeinde selbst übernommen werden. Dabei kommen geschätzte Ausgaben in Höhe von einer halben Million Euro auf Königsdorf zu. Diese hohen Kosten seien dafür einfach nicht zu vertreten. Außerdem sei diese Straße ein Unfallschwerpunkt. 24 Unfälle hätten sich laut Demmel in den letzten beiden Jahren ereignet. Ein Selbstversuch hätte außerdem gezeigt, dass durch die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h nun kein zeitlicher Vorteil durch das Befahren der Grundstraße mehr gegeben ist. Stattdessen sollte auf der B11 weiter in Richtung Norden bis zum Kreisverkehr beim Gasthaus Geiger gefahren werden und dann über die Staatsstraße 2369 bis zur Tattenkofener Brücke.
Eine komplette Sperrung der Grundstraße sei derzeit jedoch noch nicht in Sicht. Die bereits fertig gestellte Schranke auf Höhe des Tennislands in Geretsried diene erst einmal lediglich dazu, bei immer wieder aufkehrenden Überschwemmungen der Straße, diese zu sperren. In nächste Zeit wird dazu auch noch von Süden her eine zusätzliche Schranke aufgebaut werden. Diese soll nördlich vom Hundesportverein gebaut werden. Am südlichen Ende der Grundstraße an der Kreuzung zur B11 soll mit Klappschildern auf die Sperrung hingewiesen werden, sofern diese besteht.
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